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> Kunst der letzten 60 Jahre
> Profile in der Kunst am Oberrhein - Karl Manfred Rennertz | 4. Februar - 22. April 2012
Karl Manfred Rennertz "Skulptur & Farbe“
im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach
- vom 04.02. bis 22.04.2012 -
Karl Manfred Rennertz, geb. 1952 in Eschweiler/Rheinland, gehört zur Generation der Neuen Expressionisten in Deutschland. Er ist Plastiker im ursprünglichen Sinn des Bildhauers. Sein wichtigstes Material ist Holz, sind Baumstämme, die er mit der Kettensäge bis zur Größe von Monumenten bearbeitet.
Ob menschliche Figuren, Köpfe, Masken oder pflanzenartige Gebilde – alles ist bei ihm aus dem Stamm entwickelt und auf dessen Rundung zurückbezogen. Die Naturwüchsigkeit des Baumes drückt sich in einer lebendigen Bewegtheit aufragender Formen bis zu geschlängelten und geschraubten „Serpentinata“-Windungen und in ihrem blättrigen Zuschnitt aus.
Andererseits hat die schwere Massigkeit der Stämme ihre Entsprechung in der Kompaktheit und Geschlossenheit der Volumen. „Expressionistisch“ sind die beinahe „gotischen“ Zuspitzungen der Umrisse, die Verzerrungen natürlicher Proportionen von Leibern oder Gesichtern, auch ihre rauhe Oberfläche und Bearbeitung mit fleckig verteilter Farbe und Brand-spuren. Aber die Statuarik der standfesten Konstruktion und eine Beschränkung der Farbenskala vermeidet alles Exaltierte.
Also ist Rennertz, genau besehen, kein „Neuer Wilder“, wie man die neueren deutschen Expressionisten genannt hat.
(Klaus Jürgen Fischer)
Dieter Krieg „37°“
im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach
vom 11.02.-10.06.2012
Dieter Krieg, 1937 in Lindau geboren und 2005 in Quadrat-Ichendorf gestorben, studierte bei HAP Grieshaber an der Karlsruher Akademie und erregte in den 60er-Jahren bereits durch den radikalen Gestus seiner Malerei Aufsehen. Zusammen mit den Kommilitonen Antes, Stöhrer, Baschang, Schanz, zählte Krieg zu der Gruppe von Malern, die den Weg einer „neuen Figuration“ suchten und die dem zu dieser Zeit vorherrschenden Primat der Abstraktion die Darstellung der menschlichen Figur Entgegenstellten. Jeder dieser Künstler tat dies auf seine Weise, es gab keine kollektive Stilbildung. Und 1966 erhielt Dieter Krieg für seine bis zur Unkenntlichkeit verschnürten banda- Gierten Körperdarstellungen den Deutschen Preis der Jugend in Baden-Baden. Getragen von einem sich ständig erneuerndem Impetus und der mit einer allseits gegenwärtigen Bereitschaft zum Risiko, entstand in den darauf folgenden vier Jahr- zehnten ein Werk, dessen Position immer wieder aufschreckte, verstörte und in der Kunstkritik nicht nur auf einhellige Zustimmung stieß. Es bewegte zu jeder Zeit die Gemüter und provozierte unterschiedlichste Reak- tionen. Doch der Erfolg und die hohe Reputation, die Dieter Krieg all die Jahre ge- noss, ist nicht nur an den zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, an denen er teilnahm, ablesbar. 1978 erhielt er eine Professur an der traditionsreichen Akademie der Bildedenden Künste in Düsseldorf, die er bis 2002 inne hatte. Dieter Krieg gehört zu den stärksten und zugleich eigenwilligsten Malern seiner Generation. Seine Bilder sind Zeugnisse einer selbstreflexiven Befragung, der so- Wohl der Status des Künstlers, als auch der der Malerei immer wieder unterzogen Werden. In dem Spannungsfeld von Banalem und Erhabenem, von Expressivität Und Konzeptualität, von Malerischem und Sprachlichem, feiern die Bilder Kriegs Die Apotheose der Malerei und haben Bedeutungslinien bis in die heutige Gegen- wart gelegt.
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